Adventsingen 2016

Viele Gäste in einem erfreulich gut gefüllten Festsaal im Bürgerhaus Römerschanz erwarteten mit Spannung, was ihnen zu diesem, bei dem Anlass vielleicht nicht unbedingt erwarteten Thema präsentiert werden würde. Zunächst stellte Gerhard Holz vom Förderverein bairische Sprache e.V. sicherlich eine gewisse Herausforderung für alle die Zuhörer dar, die der bairischen Sprache nicht mächtig waren: Hochdeutsch wurde an diesem Abend nicht gesprochen.

Aber gerade das war der besondere Reiz des Abends: In einem großen Bogen erzählte Gerhard Holz von einer Zeit, in der noch nicht alles, was man zum Leben braucht, im Supermarkt gekauft werden konnte. Wo die Menschen noch abhängig waren von dem, was der heimatliche Boden das Jahr über hergegeben hat, wo man beim Erntedankfest noch den aufrichtigen Dank für das tägliche Brot darbrachte.
Er erzählte vom Kirta, dem für die ländliche Bevölkerung so wichtigen Kirchweihfest am dritten Sonntag im Oktober, wo man bei Musik, Tanz, gutem Essen und natürlich auch beim Bier die Mühen des Alltags hinter sich lassen konnte. Geblieben sind uns bis heute die Kirchweih-Gans und die Kirtanudeln. Dann vom Leonhardi-Ritt, der eine Wallfahrt zu Ehren des heiligen Leonhard von Limoges ist, mit schön aufgeputzten Rössern und im Festtagsgwand. Er erzählte von den drei heiligen Madln, Katharina, Barbara und  Margaretha, die zur Gruppe der Vierzehn Nothelfer gehören. Wer erinnert sich noch an den volkstümlichen Merkspruch: „Margreth mit dem Wurm, Barbara mit dem Turm, Kathrein mit dem Radl, das sind die drei heiligen Madl.“ Und er erzählte natürlich vom Nikolaus, dem echten, dem Bischof von Myra, der sich doch erheblich vom Weihnachtsmann mit seinen Rentieren und seinem „Ho-ho-hoooo“ unterscheidet. Es soll an dieser Stelle nicht verschwiegen werden, dass wir uns wegen des kleinen Weihnachtszwergerls auf unserem Adventsingen-Plakat nicht ganz einig waren. Aber sie waren halt schon gedruckt. Im nächsten Jahr kommt da ganz bestimmt ein Nikolaus drauf!

Wissen wir noch, was das „Rorate“ ist? Es bezeichnet eine im Advent gefeierte Messe, auch Engelamt genannt, bei der das Evangelium von der Verkündigung des Herrn durch den Engel Gabriel verlesen wird. Der Name stammt von dem lateinischen Eröffnungsvers "Tauet, ihr Himmel, von oben“ (rorate caeli desuper), auch uns noch vertraut in dem Lied „Tauet Himmel den Gerechten“. Natürlich fehlte auch der Besuch  bei der Base Elisabeth und die Herbergssuche nicht, die Reise, die das heilige Paar auf Befehl des Kaisers Augustus antreten muss und auf der die hochschwangere Maria keine Herberge findet als ärmliche Fremde in einer reichen Stadt. Die mit Geschichten und Gedichten angereicherten Erzählungen wurden wunderschön umrahmt mit weihnachtlichen Weisen vom Bläserquartett der Freunde Grünwalds und mit bezaubernden bairischen Harfenklängen, gespielt von Maria Wiesböck. Zu den einzelnen Stationen liebevoll ausgesuchte Lieder wurden gesungen vom Feldmochinger Zwoagsang (Gerhard Holz und Helga Betz) und der Sängerrunde der Freunde Grünwalds.

Ganz besonders hervorzuheben ist der herzerwärmende Gesang des Kinderchors von der Martin-Kneidl-Grundschule. Kinder aus drei Klassen, jüngere und ältere, haben sich ganz neu zusammengefunden, um extra für das Adventsingen drei weihnachtliche Lieder einzustudieren. Bei dem mit großer Begeisterung vorgetragenen Gesang blieb keine Seele ungerührt! Ein besonderes Dankeschön auch den drei Lehrerinnen, die sich mit großem Engagement dieser sicher nicht ganz einfachen Aufgabe angenommen haben.

In dem gemeinsam und mit Innigkeit gesungenen Andachtsjodler fand die Veranstaltung einen würdigen Abschluss.

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