Faschingstheater am Rosenmontag 2017 mit Slide-Show

 

Im gut besetzten Bürgerhaus Römerschanz präsentierte sich die Theatergruppe der Freunde Grünwalds unter der bewährten Regie von Rainer Fischer von ihrer besten Seite: Drei urbairische Stücke erhielten von den durchwegs begeisterten Fans jede Menge wohlverdienten Beifall. Kleine Lücken im Text störten überhaupt nicht - aufmerksames Einsagen garantierte, dass niemand hängen blieb. Es ist ja gerade der Charme der Aufführung, dass sie nicht perfekt heruntergespielt wird, sondern dass die Zuschauer das Lampenfieber der Beteiligten noch hautnah miterleben und sozusagen mitfiebern können.  

Der „Münchner im Himmel“ von Ludwig Thoma hätte mit Richard Süßmeier als Engel Aloisius und Hans Häusler als Petrus nicht besser besetzt sein können. Die polternde Einführung des letzteren in die himmlische Hausordnung und die mit heftigen Flüchen durchsetzen Hallelujah-Gesänge des Aloisius waren wirklich urkomisch. Jakob Pritscher als Gott Vater – zum ersten Mal im Team dabei – schlichtete den Konflikt mit altväterlicher Weisheit.

Auch „die Dachserin“, ebenfalls von Ludwig Thoma, überzeugte mit den beiden sich sehr lebensecht gegenseitig angiftenden „Damen“, Corina Jebens (als Dachserin) und Edith Wassermann (als Ranklin), die nur mit Mühe von dem würdevoll agierenden Richter (Jan Neusiedl) daran gehindert werden konnten, handgreiflich aufeinander loszugehen. Auch Hans Häusler (als schläfriger Gerichtsdiener), Dieter Aulenbacher (als pompöser Rechtsanwalt Prachtbau) und Jakob Pritscher (als hilfreicher Zeuge Trauner) erhielten für ihre gelungene Darstellung viel Applaus.  

Ein besonderer Leckerbissen war die kleine Komödie „Der Hundertjährige“ von Michl Lang, eine verwickelte Geschichte um eine unrechtmäßig kassierte Rentenzahlung, den mit viel falschen Bart unterstützen Versuch, einen nicht mehr Lebenden aufleben zu lassen, einen sehr wilden Wildschützen und ein glückliches Liebespaar als Höhepunkt. Uschi Kneidl und Stephan Weidenbach glänzten als schlitzohriges Bauernehepaar, Hans Häusler als Knecht und gescheiterter Helfer in der Not, Brigitta Pritscher als herrlich tölpelhafte Magd, Dieter Aulenbacher als mannhafter Jager Loisl, Corina Jebens als überrumpelter Wilderer in einer „Hosenrolle“ und - last but not least - Moni Fried als gschamige Tochter des Hauses und Thomas Lindbüchl, der sich von der wild erzürnten „Rentenquelle“ in einen verliebten Heiratskandidaten verwandelt.

Ein Bravo an alle Darsteller und ihren Regisseur für die wirklich gute und sehenswerte Leistung!

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