Herbstkonzert 2017 mit Slide-Show

 

Heiße Musik, wenn’s draußen kalt ist: Blasorchester und Jugendblaskapelle der Freunde Grünwalds gestalten ein Herbstkonzert, das in die Beine fährt 
 

Die Jugendblaskapelle leitete das Konzert mit einer sehr gut gespielten „Gute-Laune-Nummer“ – wie ihr Dirigent Matthias Schelle sie bezeichnete – ein, dem Konzertmarsch „Jubiloso“ des sehr produktiven und gern gespielten englischen Komponisten Philip Sparke. Auch die „Concert Variations“ von Claude T. Smith, ein am Anfang eher feierliches, in den Zwischenpassagen rhythmisch anspruchsvolles Stück, präsentierte die Kapelle mit Bravour.

In seiner kurzen, einführenden Ansprache brachte Matthias Schelle ein inzwischen sehr  dringliches Anliegen der Freunde Grünwalds vor: In der Jugendblaskapelle spielen derzeit noch 28 Musikerinnen und Musiker, 18 davon bereits über 18 Jahre alt. Es beteiligen sich also nicht nur Jugendliche, sondern auch Erwachsene, die ein neu erlerntes Blasinstrument in einem Orchester praktisch anwenden und weiter verbessern wollen. Mitmachen kann also jeder, unabhängig vom Alter. Wer ausprobieren möchte, wie viel Spaß gemeinsames Musizieren macht, ist am allwöchentlichen Probenabend (immer Freitag von 18:00 bis 20:00 Uhr) im Probenraum über der Turnhalle an der Keltenstraße herzlich willkommen. Matthias Schelle bittet um telefonische Anmeldung unter der Nummer 089 61309213 oder 0171 2057364.

Die erste Nummer des Blasorchesters, die „Fifth Suite for Band“ von Alfred Reed mit dem Untertitel „Internationale Tänze“, nahm den tänzerischen, leicht ins Ohr gehenden Charakter des ersten Teils wieder auf. Gerade im ersten Satz, einem typisch amerikanischer "Hoe Down" (eine Art Square Dance) oder im romanisch/israelischen "Hora" (ein in Kreis oder Reihe getanzter Volkstanz) des vierten Satz hätte man zu gerne mitgetanzt. Wesentlich getragener natürlich die französische "Sarabande" des zweiten Satzes, und auch der japanische "Yamabushi Kagura" im dritten Satz stellte sich eher gravitätisch dar.

Nicht weniger Ohrwurmcharakter hatte natürlich die Auswahl aus den wunderschönen Melodien des Musicals „Mary Poppins“, das seit 2016 auch in Stuttgart zu bewundern ist.  Kennen und lieben wir doch vermutlich alle die melodiöse Musik der Brüder Robert B. und Richard M. Sherman aus dem im Jahr 1964 entstandenen Film der Walt Disney Studios. 

Vom Stuhl hätte auch der bekannte, erotisch ansprechende „Tango Jalousie“ von Jacob Gade locken können, nach dem sicher auch etliche Zuhörer ihre ersten Tangoschritte geübt haben. Nicht unerwähnt bleiben darf hier das hervorragende Klarinettensolo von Steffi Reichart.
 
Weniger tänzerisch aber auch durchaus fetzig kam die „Tom Sawyer Suite“ von Franco Cesarini daher, eine Vertonung des Buches „Tom Sawyer“ von Mark Twain. Musikalisch nachgezeichnet werden vier Figuren aus dem Buch, nämlich Tom, Huck Finn, Becky und Indianer-Joe. Neben den fröhlichen Klängen der ersten beiden Sätze, die die Lausbubenstreiche der beiden Rabauken Tom und Huck in Erinnerung bringen, lässt im dritten, Becky Thatcher gewidmeten Satz die eher langsame, expressiv melancholische Musik die wunderschöne Flusslandschaft des Mississippi entstehen. Richtig unheimlich erklingt das indianische Begräbnis im vierten Satz, während der letzte Satz seinem Namen „Happy Ending“ alle Ehre macht und einen fröhlichen Abschluss des unterhaltsamen, nostalgischen Werkes bildet.
  
Absoluter Höhepunkt des Konzerts waren natürlich die „Highlights from Riverdance“ von Bill Whelan.

Die Show Riverdance besteht hauptsächlich aus keltischer Musik und traditionellem irischen Stepptanz, der sich durch schnelle Beinbewegungen auszeichnet, während der Körper und die Arme in der Regel starr gehalten werden. Riverdance wurde erstmals während des Eurovision Song Contest 1994 im irischen Dublin als 6¼-minütige Pausenaufführung vorgetragen. Daraus entstand eine abendfüllende Tanz-Show (Premiere am Point-Theatre in Dublin am 9. Februar 1995), die mit über 10 000 Vorstellungen auf vier Kontinenten, Fernsehproduktionen, Video- und CD-Aufnahmen ein Millionenpublikum begeistert.

Die neue Bearbeitung für Blasorchester entstand in Zusammenarbeit von Bill Whelan und Johan de Meij. Allerdings lassen sich die in der Originalversion von Klavier und Akkordeon gespielten Passagen ganz schlecht auf Blasinstrumente übertragen. Zwei Musiker aus der Stadtkapelle Wasserburg, Klaus Röttger (Piano) und Florian Arndt (Akkordeon), erklärten sich erfreulicher Weise bereit, auch in Grünwald zu dem hervorragenden Erfolg beizutragen. Die langen, sehr anspruchsvollen Schlagzeugpassagen hingegen wurden vom Schlagzeugteam des Grünwalder Blasorchesters Thomas Picker, Robert Wachinger und Helmut Wagner super präsentiert.

Insgesamt gestalteten Jugendblaskapelle und Blasorchester einen hinreißenden, hervorragend gespielten Konzertabend, der vom begeisterten Publikum mit vielen Bravorufen und langanhaltendem Beifall gewürdigt wurde.

Für ihre langjährige Mitgliedschaft im Blasorchester wurden geehrt:  
Florian Rieß - Saxophon (10 Jahre), Tobias Sandner - Saxophon (15 Jahre), Friedrich Kornab – Euphonium (25 Jahre), Thomas Lindbüchl – Euphonium (40 Jahre) und
Max Wagner – Klarinette (40 Jahre).

Mit großem Dank für sein langjähriges Engagement als Orchestersprecher wurde Axel Stutz verabschiedet. Neue Orchestersprecherin ist Carolin Rauch.

 

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